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Mit Poulenc und Bartók in die Fastenzeit

 

ein exzellentes Konzert

Montag, 18.03.2019,19:00

Ungewöhnliche Klänge waren am Sonntagnachmittag aus dem Pfarrzentrum Karl-Leisner-Haus zu vernehmen. Ein Kammerkonzert zur Fastenzeit mit Werken von Francis Poulenc (1899 – 1963) und Béla Bartók (1881 – 1945) lockte zahlreiche Zuhörer in den Saal.

 

„Das heutige Programm entspricht nicht der üblichen geistlichen Musik“, begrüßte Kirchenmusiker Marco Schomacher die Zuhörer, „aber ich glaube, dass die Klangsprache der beiden Komponisten aus dem vergangenen Jahrhundert uns ganz viel geben kann.“ - WN

Warsteiner Musikschul-lehrer gewinnt Wettbewerb

25.03.2018 - 12:00 

Warme Töne dringen durch die Klassentür in den Flur der Musikschule Warstein. Mal sind sie hoch, mal dumpf und tief. Diese Bandbreite lässt darauf schließen, dass es sich um ein besonderes Holzblasinstrument handelt – die Klarinette. Gespielt wird sie von dem jungen Musikschul-Lehrer Andreas Hermanski, der an der Hochschule für Musik und Tanz Köln, Standort Wuppertal, studiert – und einen schwierigen internen Wettbewerb gewonnen hat. Stolz darauf ist auch Musikschulleiter Michael Baronowsky, der gerne auf junge Fachkräfte setzt.

 

 

 

Deutsch­land­pre­mie­re

 

Her­man­ski spielt das Kla­ri­net­ten­kon­zert „Con­cert Fan­tas­tique“ von Rolf Mar­tin­son, 2010 für den be­rühm­ten Star-Kla­ri­net­tis­ten Mar­tin Fröst kom­po­niert. Mit der Auf­füh­rung er­fährt das Stück seine Deutsch­land­pre­mie­re.

 

Das Werk ist drei­tei­lig ge­glie­dert und wird durch Ka­den­zen der So­lo­kla­ri­net­te ver­bun­den.

 

Die gro­ßen Be­son­der­hei­ten lie­gen in der gro­ßen sym­pho­ni­schen Be­set­zung des Or­ches­ters sowie in den schnel­len Bra­vu­ra- und lang­sa­men, in­ni­gen Pas­sa­gen.

 

Das kom­plet­te Ton­raum­spek­trum der Kla­ri­net­te wird ein­ge­setzt sowie mo­der­ne Spiel­tech­ni­ken, die Mög­lich­kei­ten des In­stru­ments wer­den aus­ge­lo­tet.

 

„Obwohl er so jung ist, hat er großes pädagogisches Geschick und Können“, lobt Baronowsky. Er war 2012 auf den jungen Musiker über einen Kollegen in Soest aufmerksam geworden, als er neue Lehrer für die Warsteiner Musikschule suchte. Damals war Hermanski gerade 21 Jahre alt, hatte gerade mit seinem Studium in der Wuppertaler Dependance der Musikhochschule begonnen. „Es ist äußerst schwierig, dort einen Studienplatz zu kriegen. Daher war mir klar, dass er fachlich und instrumental sehr gut sein musste“, erinnert sich der Musikschulleiter.

 

Nicht das erste Mal, dass Baronowsky auf den Nachwuchs setzt. „Wir haben immer auch ganz junge Kollegen in unserem Team. Sina Stark hat damals auch bei uns als Musikschullehrerin begonnen, als sie gerade im zweiten Semester war, und ist so lange geblieben, bis sie sich familiär verändert hat.“

 

Junge Kollegen fühlen sich wohl

Ein Zeichen auch dafür, dass sich die jungen Kollegen an der Musikschule Warstein gut aufgehoben und angenommen fühlen. „Wenn ich den Eindruck habe, dass ein junger Musiker kompetent ist und pädagogisches Geschick hat, habe ich mit dem Alter keine Probleme, ganz im Gegenteil“, betont Baronowsky. „Wir haben immer sehr gute Erfahrungen mit jungen Leuten gemacht – wobei wir nicht nur junge Lehrer nehmen.“

 

Andreas Hermanski wirkt auf jeden Fall auch nach sechs Jahren als Lehrer an der Musikschule noch sehr jung, selbst, wenn er neben den Fünftklässlerinnen der Bläserklasse des Warsteiner Gymnasiums sitzt. Die betreut er ebenso wie Klarinettisten im Solo-Unterricht. „Er hat ein unheimlich breites Spektrum“, lobt Baronowsky.

 

Mit zwölf Jahren in den USA mit Unterricht begonnen

Das hat sich Hermanski schon früh angeeignet. Seinen ersten Klarinettenunterricht erhielt er als Zwölfjähriger in den USA, im Bundesstaat Alaska, wo er damals lebte. „Ein Schulkollege hat mich damals darauf gebracht. Ähnlich wie hier am Gymnasium mit der Bläserklasse gibt es auch in Alaska Musikunterricht. Ich habe die Klarinette ausprobiert – und das Spielen hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich dabei geblieben bin.“

 

So erwarb er sich besondere musikalische Kompetenzen nicht nur im Hochschulstudium, sondern vor allem bei Meisterkursen in Montepulciano und bei namhaften Kammermusik-Ensembles, wie dem Minguett-Quartett.

 

Vielseitige Einsaetzbarkeit der Klarinette fasziniert

An der Klarinette fasziniere ihn die vielseitige Einsetzbarkeit, erklärt Hermanski – egal, ob im Jazz oder in der Kammermusik – und dass das Instrument so viele Möglichkeiten biete, die heute durch neue Spieltechniken ausgereizt werden können – etwa einen Ton über mehrere Minuten zu halten ohne zu atmen.

 

Diese neuen Techniken kommen auch beim „Concert Fantastique“ zum Einsatz, das Hermanski als Solist zusammen mit dem Orchester der Musikhochschule in der Stadthalle Wuppertal aufführen wird. Gewonnen hat er dieses besondere Konzert bei einem hochschulinternen Wettbewerb, der im Rahmen der musischen Hochschulbildung in jedem Semester stattfindet und bei dem er Professoren ebenso wie die Generalmusikdirektorin des Sinfonieorchesters Wuppertal überzeugte - WP

Bravo-Rufe für junge Musiker

2. May 2018 um 14:55 

Selten zu hörende Werke und eine ungewöhnliche Erstaufführung gepaart mit einem hohen technischem Niveau bot das Sinfoniekonzert der Musikhochschule in der Stadthalle. Die Volksbühne hatte die jungen Musiker eingeladen. „Ich freue mich sehr, dass der Saal so voll ist und das Publikum so begeistert“, lobte der Volksbühnen-Vorsitzende Michael Braun. Trotz des durchgehend relativ modernen Programms bejubelten die Zuschauer das Orchester der Wuppertaler Musikhochschule mit vielen Bravo-Rufen und lang anhaltendem Beifall. Mit Julia Jones leitete „zum ersten Mal seit 1994“ ein Generalmusikdirektor das Orchester, wie Musikhochschuldirektor Lutz-Werner Hesse erklärte.

 

Der in Elberfeld aufgewachsene Günter Wand wurde als Dirigent berühmt, besonders mit seinen Aufführungen von Bruckner-Sinfonien. Während seiner Zeit als Kapellmeister des Wuppertaler Opernhauses von 1932 bis 1934 komponierte er jedoch auch kleine Gebrauchsstücke. Lutz-Werner Hesse hat nun eine Ballettmusik op. 6 ausgegraben, die Wand vermutlich als Zwischenmusik für die Oper „Das Nachtlager in Granada“ des romantischen Komponisten Konradin Kreutzer schrieb.

 

Die drei munteren, kurzen Sätze sind klar gegliedert und von Schlagzeug dominiert. Wand moduliert kleine Motive und wendet sich dann der nächsten Stimmung zu. Das Moderato gestaltete Julia Jones sehr schön zart und klingend, mit schönen Harfen-Tupfern. Beim Presto furioso fehlte etwas die Wucht des „wütenden“. Insgesamt aber präsentierte sich die Ballettmusik als abwechslungsreiches und hübsches Stück.

 

Aufmerksamkeit erheischte das „Concert fantastique“ von Rolf Martinsson (*1956). Schrille Klangfarben, breite Klangwolken und aufgeregte Läufe bestimmen dieses Klarinettenkonzert. Andreas Hermanski aus der Klasse Nicolai Pfeffer gestaltete das Solo mit flinken Fingern, schnellem Zungenschlag und durchgehend schönem Ton — angesichts der pausenlosen Kaskaden und extremen Tonlagen eine beeindruckende Leistung. Mit seinen Solo-Kadenzen umschmeichelte er das Publikum. Das Orchester war Andreas Hermanski ein guter Partner. Trotz der vielen und durch alle Instrumentengruppen verteilten Floskeln hielt Julia Jones die Musiker gut zusammen. – WZ